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Überbevölkerung.
Ein Problem, dessen Lösung nicht ganz so einfach erscheint. Es schien schon pure Ironie, als dieses Problem im Jahre 2020 auftauchte. Nachdem Kriege beigelegt worden waren, sich die Regierungen der verschiedenen Länder sogar zu einer gemeinsamen, demokratischen Weltregierung zusammengeschlossen hatten, konnte sogar das Welthungerproblem größtenteils eingedämmt werden. Und genau dann passierte es. Jetzt, wo sich die Menschen in Kriegen nicht mehr gegenseitig töteten, wo fast jeder genug Nahrungsmittel und Trinkwasser bekam, wo weit über neunzig Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu Hygieneeinrichtungen und zu freien Ärztezentren hatte, gab es zu viele Menschen auf dem Planeten Erde. Auf Dauer war dieses Problem untragbar, denn Experten konnten über Schätzungen und Kalkulationen ermitteln, dass in weniger als zehn Jahren die Erde überbevölkert sein würde. Genau dann würde es erneute Hungerprobleme geben, neue Armut und überdies würden die Energiereserven der Erde ebenfalls zu Neige gehen. Eine Lösung musste her. Die Weltregierung war sich einig: Die Weltbevölkerung musste eingedämmt werden. Noch war man nicht in der Lage, zum Weltraum hinauszusiedeln und bis die erste Weltraumstation fertiggestellt werden würde, dauerte es noch Jahre. Die Bevölkerung zu dezimieren, so war man sich ebenfalls einig, war ebenfalls keine Lösung. Das war inhuman. Es blieb also nach langen Diskussionen und Debatten nur noch eine Lösung übrig. Der Bevölkerungswachstum musste reduziert werden. Durch Verbote und Repressionen war das alleine nicht zu erreichen. Trotz einiger Proteste kam schließlich ein Gesetz durch, mit deren Hilfe es nunmehr erlaubt werden würde, Möglichkeiten zu ergreifen. Dies bedeutete konkret die Massenkastrierung von vielen jungen Leuten. Damit dies nicht zu inhuman werden würde, wurden dem Gesetz fünf Paragraphen hinzugefügt, die vor Missbrauch des Gesetzes schützen würden. §1 - Das Gesetz der geschlechtlichen Gleichberechtigung Damit keines von beiden Geschlechtern mehr Last tragen muss, als das andere, wird die geschlechtliche Aufteilung der Kastrationsbestimmten exakt 50:50 betragen. §2 - Das Gesetz der finanziellen Gleichberechtigung Die Kastrationsbestimmten werden unabhängig von der finanziellen Situation der Familie ausgesucht. §3 - Das Gesetz der kontinentalen Gleichberechtigung Die Kastrationsbestimmten werden prozentual von allen sieben Kontinenten (Antarktika, Australien, Nordamerika, Südamerika, Europa, Asien, Afrika) gleichmäßig bestimmt. §4 - Das Gesetz zur Einhaltung der medizinischen Standards Die Kastrationsbestimmten werden lediglich von dem Weltärztezentrum ausgesucht und lediglich in Einrichtungen behandelt, die von dem Weltärztezentrum gestellt werden. §5 - Das Gesetz der Notwendigkeit Das Weltärztezentrum bestimmt die Anzahl der zu behandelnden Personen ausschließlich aufgrund von wissenschaftlich ermittelten Ziffern. Das System, welches schließlich auch gut funktionierte, verhinderte jedoch nicht einen feinen Unterschied zwischen reich und arm. Eine schmerzfreie Behandlung entweder durch starke elektromagnetische Felder oder aber durch ein spezielles Medikament war zwar möglich, jedoch eher teurer und wurde von der Krankenkasse nicht getragen. Zwischen fünf- und zehntausend Euro mussten für eine solche Behandlung hingeblättert werden, eine Summe, die nun einmal nicht jeder aufbringen konnte. Entsprechend wurde zwischen den Einrichtungen unterschieden, welche die wenigen Patienten schmerzfrei behandelten und jenen, in denen hunderte junger Leute schnell, zügig und dafür schmerzhaft behandelt werden konnten. Eben eine Massenanlage. Das Gesundheitssystem in den Ärztezentren war eben darauf ausgerichtet hauptsächlich präventive Maßnahmen zu treffen und dafür zu sorgen, dass die Menschen gesund blieben, nicht dafür, um massenhaft junge Leute zu kastrieren. Zwei von den vielen Millionen Kastrationsbestimmten waren auch Norbert und Anna. Das zufallsgesteuerte System hatte das Geschwisterpaar bestimmt, womit sie vor wenigen Tagen jeweils einen Bescheid von dem Weltärztezentrum erhalten hatten. Der Brief hatte unmissverständlich klar gemacht, dass sie sich keine Hoffnung zu machen brauchten. Wenn sie zu dem Termin nicht freiwillig kommen würden, so würde man sie abholen. Es war schließlich Gesetz. So kam es also, dass sie sich in den Zug gesetzt hatten, um nach Berlin zu fahren, wo sich die größte dieser Einrichtungen in ganz Europa befand. Sie wurden sogar vom Bahnhof mit einem Bus abgeholt und wurden direkt in den großen, grauen Komplex gefahren. Sie mussten aus dem Bus aussteigen und sich in zwei große Gruppen aufteilen, die nach Geschlechtern getrennt waren. Norberts Gruppe wurde zuerst abgeholt. Ein stämmiger Mann mittleren Alters kam auf sie zu. Er trug einen weißen Kittel auf dem lediglich sein Namensschild sowie ein großes Wappen aufgenäht waren, wobei ihn letzteres als Angehöriger des Weltärztezentrums auswies. In seiner Hand trug er ein elektronischen Datenpad, das er mit einem Finger über ein Touchpad bediente. Er stellte sich knapp vor, begann dann aber zu überprüfen, wer da war und wer nicht. Dazu musste jeder seinen Personalausweis vorzeigen, der kurz eingescannt wurde. Es stellte sich heraus, das von den dreißig Leuten zwei fehlten. Das tat der Mitarbeiter mit einer Randnotiz auf seinem Datenpad ab, bevor er verkündete, dass die Gruppe ihm nun folgen sollte. Der Mitarbeiter ging zu einem Tor, drückte einen Knopf auf der Steuerungskonsole, woraufhin sich das Metalltor aufschob. Erst als alle an ihm vorbeigegangen waren, ging er selbst hinein und schloss das Tor wieder über eine Konsole. Norbert sah sich um. Sie befanden sich in einer Art Umkleideraum. Mehrere Reihen von Bänken, über denen Kleiderhaken mit Nummern waren. »Zieht euch bitte völlig aus und merkt euch die Nummer, wo ihr eure Kleidung abgelegt habt«, sagte der Mitarbeiter des Weltärztezentrums. Zwar zögerten einige der Jungen, aber schließlich zogen sich alle aus. Auch Norbert legte seine Kleidung sorgfältig, jedoch mit zunehmend zittrigeren Händen, ab. Einen Moment lang nahm er sich Zeit, um sich umzusehen. Die meisten der Jungen waren jünger als er, denn mit neunzehn war er sogar einer der ältesten hier im Raum. Es waren sogar einige Jungen hier, deren Alter er auf vielleicht elf oder zwölf schätzte. Entsprechend waren ihre Genitalien noch nicht völlig entwickelt. Immerhin, so dachte Norbert, würden sie gar nicht so genau wissen, was ihnen durch die Kastration entgehen würde. »Nun möchte ich euch alle bitten, in den Waschraum zu gehen. Dort entlang«, sprach der Mitarbeiter weiter mit fester Stimme. Der Waschraum bestand aus einem großzügigen, weiß gefliesten Raum, in dem an der Decke und aus den Wänden ragend mehrere Duschköpfe angebracht waren, fast wie Sprinkleranlagen. Dreißig nackte, junge Leute standen im Raum. »Über eine Steuerung werden die Duschen euch automatisch säubern. Es kann sein, dass es zwischendurch etwas brennen wird, weil dem Wasser ein Enthaarungsmittel zugesetzt wird. Es ist notwendig, damit wir steril arbeiten können. Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen, eure Haare werden schnell wieder nachwachsen und es macht nichts, wenn etwas davon in eure Augen kommt. Keine Sorge.« Der Mann verließ den Raum, woraufhin sich die Tür schloss. Nach ein paar Sekunden sprangen die Duschköpfe an und alle wurden von dem Wasser überzogen. Die Duschen erreichten jede Ecke des Raumes, ein Entkommen war also unmöglich. Es dauerte etwa eine halbe Minute, ehe Norbert ein Brennen am ganzen Körper verspürte. Einige um ihn herum stöhnten auf, sahen, wie ihre Haare den Abfluss hinunter wanderten. Eine Minute später hörte das Brennen auf und nach zwei weitere Minuten schalteten sich die Duschen ab. Stattdessen begann ein warmer Luftstrom aus einer Lüftungsanlage über sie zu wandern. Binnen Sekunden waren sie wieder trocken und die Tür öffnete sich auch endlich wieder. Der Mitarbeiter trat ein und musterte alle mit einem kurzen Blick. Norbert schaute sich auch um. Alle waren völlig nackt. Keiner hatte auch nur ein Haar mehr am Körper. Vorsichtig strich er sich über seinen Kopf, doch auch dieser war völlig kahl. Sogar seine Augenbrauen waren völlig entfernt worden. »Wir werden jetzt die eigentliche Anlage betreten. Ich möchte euch bitten, nichts anzufassen und nur das zu tun, was ich euch sage. Ihr werdet mehrmals mit Zerstäubern besprüht, macht euch darum keine Sorgen. Es ist nur ein Desinfektionsmittel, damit auch wirklich steril gearbeitet werden kann. Nun, noch Fragen? Nein? Gut. Dann bitte mir folgen.« An einer weiteren Kontrollkonsole schob der Mitarbeiter eine kleine Karte hinein, woraufhin sich ein größeres Tor öffnete. Der Mitarbeiter führte die Gruppe direkt in den Komplex. Erstaunlicherweise war kaum etwas zu sehen. Lediglich eine Art Fließband, welches in Richtung eines noch geschlossenen Tors führte. Auf dem Fließband befanden sich seltsame Hocker. Der Mann bat nun alle Platz zu nehmen. Norbert blickte sich noch einen Moment lang um und merkte dann, dass er damit einen Fehler gemacht hatte. Alle saßen schon, für ihn blieb nur noch der vorderste Platz, den niemand haben wollte. Stöhnend ließ er sich darauf nieder. Ein kalter Schauder lief ihm über die Schulter, als er spürte, wie das Desinfektionsmittel über ihn gesprüht wurde. Der Mitarbeiter ging auf ihn zu, war inzwischen auch mit Gummihandschuhen bewaffnet. Norbert musste hilflos zusehen, wie seine Fußgelenke mit Lederfesseln am Stuhl befestigt wurden. Seine Oberschenkel waren somit zu einem leichten V gespreizt und passten perfekt zu dem Stuhl, da dieser ebenfalls V-Förmig war. Seine Genitalien hingen nun frei in der Mitte. Seine Hände wurden ihm ebenfalls festgeschnallt, mit Lederfesseln, die hinten am Hocker befestigt waren. Der Mitarbeiter überprüfte noch einmal den Sitz der Fesseln, ehe er sich dem nächsten zuwandte. Jetzt begann für Norbert das Warten, während dem er immer unruhiger wurde. Siebenundzwanzig Jungen später erklärte der Mann, dass die Behandlung nun beginnen würde. Er nickte seinem Kollegen zu, der bereits an einer Steuerungskonsole saß. Dieser nickte zurück und bediente die Knöpfe. Norbert erschrak, als er spürte, wie sich etwas aus dem Hocker direkt in seinen Hintern bohrte. Er merkte genau, wie die Stange einige Widerhaken ausfuhr, womit er festsaß. Er konnte nun nicht mehr aufstehen, selbst wenn seine Arme und Beine frei wären. Er konnte nur sehen, was auf ihn zukam. Das Fließband setzte sich zischend in Bewegung, das Tor vor ihm öffnete sich. Als sich sein Hocker in der Mitte eines kleinen Raumes befand, schloss sich das Tor hinter ihm, sodass er alleine hier drin war. Ein Zischen und das Gefühl von kleinen Wassertröpfchen auf seiner Haut verrieten ihm, dass er nochmals desinfiziert wurde. Gleich darauf öffnete sich das Tor vor ihm und hinter ihm wieder, sodass sich das Fließband wieder in Bewegung setzen konnte. Nach ein paar Sekunden stoppte es wieder, das Tor, welches sich nunmehr hinter ihm befand, schloss sich und ein Apparat fuhr von oben auf ihn herab. Das Gerät stoppte zwischen seinen Beinen, maß surrend in Nanosekunden alle notwendigen Längen und Entfernungen, ehe eine kleine Vorrichtung daraus hervor kam, die direkt unterhalb seiner hängenden Hoden halt machte. Ein Haken wurde direkt in seine Hoden geschossen, was Norbert aufschreien ließ. Die Vorrichtung fuhr weiter nach unten, womit seine Hoden senkrecht nach unten gezogen wurden. Mit weit aufgerissenen Augen sah Norbert, wie aus dem Apparat zwei kleine Metallstreben kamen, an deren Ende sich jeweils ein halboffener Ring befand. Die Ringe wurden ihm um die Hoden gelegt, woraufhin sich die Halbringe zu ganzen Ringen schlossen. Erst jetzt sah er, dass der untere Ring mit scharfen Zähnen ausgestattet war. Der obere Ring zog sich zusammen, band seine Hoden regelrecht auf schmerzhafte Weise ab. Der Ring wurde auf elektrische Weise verschweißt und war nun nicht mehr zu entfernen. Damit zog sich die obere Metallstrebe zurück, da deren Arbeit erledigt war. Dafür begann nun die untere mit der Arbeit. Der Ring begann sich surrend zu drehen, die Zähne wurden weiter ausgefahren und arbeiteten sich durch seine Fleisch. Schreiend musste Norbert das Ganze ohnmächtig mit ansehen. Dann war die Kreissäge mit der Arbeit fertig, seine Hoden wurden von der Maschine aufgenommen und das Fließband bewegte sich weiter. Das Ganze hatte nicht mehr als ein paar Sekunden gedauert. Noch immer betäubt, fragte er sich, wie es wohl seiner Schwester erging. --------------------------------- Über Vorschläge zur Behandlung der Schwester würde ich mich freuen. Einfach an meine E-Mail-Adresse schicken.
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