|
Das Gebäude, ein einsam auf der Wiese stehendes Haus mit Reetdach, hätte glatt einer Seitenoper aus dem Fernsehen entspringen können. Lediglich ein Schotterweg führte zu dem gut gepflegten Anwesen. Wer über die Landstraße fuhr und das Haus in der Ferne sah, würde wohl annehmen, dass es sich bestenfalls um ein etwas besseres Wohnhaus handelte. Tatsächlich wussten nur sehr wenige, um was es sich hier tatsächlich handelte. Hierher kamen nur diejenigen, die das Geheimnis kannten und bereits einen Termin hatten. So kam es, dass höchstens ein Auto vor dem Haus stand.
Die beiden jungen Frauen, die gerade mit ihrem alten Ford über die Schotterstraße auf die Praxis zu fuhren, hatten sich bereits über das Internet angemeldet. Auch eine gewisse Summe Geld war bereits an die Inhaberin der Praxis, Doktor Welte, gezahlt worden. Kaum dass der Wagen abbremste, kamen schon drei Frauen es arbeiteten anscheinend ausschließlich Frauen in dieser Praxis aus der Tür, wovon eine direkt auf die jungen Frauen zuging, die gerade ausstiegen. Sie strecke die Hand aus. "Doktor Welte", sagte sie mit einem Lächeln und schüttelte beiden die Hände. "Und Sie sind wohl die Damen Zaus und -" "Kalte", ergänzte die zweite von ihnen. "Isabelle Kalte. Freut mich Sie kennen zu lernen." "Und das dort ist der Patient?", meinte Frau Doktor und deutete mit einer Kopfbewegung auf den jungen Mann, der schlafend auf dem Rücksitz saß. "Ja, genau", meinte Isabelle. "Wir haben ihm das Betäubungsmittel gegeben. Ich hoffe, es hat keine Nebenwirkungen oder so?.." "Aber nein. Keine Sorge", winkte Frau Doktor ab. Damit machte sie eine Handbewegung, worauf sich die beiden Arzthelferinnen zum Auto begaben und den betäubten Patienten heraus hievten. "Es ist schon alles vorbereitet", erklärte sie. "Sie möchten sicherlich dabei sein, oder?" "Na und ob", grinste erstere der beiden Frauen. "Natürlich geht es mich nichts an, aber darf ich nach dem Warum fragen? Ich bin ja schließlich neugierig", meinte Winke, während sie die Praxis betraten. "Das war eigentlich Sonjas Idee", meinte Isabelle. "Chris...also unser Patient da, hatte halt etwas mit uns. Mit jedem von uns. Das Ganze ist raus gekommen, als Sonja und ich uns kennen lernten. Er hat natürlich sofort Schluss gemacht." "Aber das", fuhr Isabelle fort, "haben wir uns nicht bieten lassen. Also haben wir beschlossen, dass wir ihn zu unserem Haustier machen. Mir kam der Gedanke, als ich letztens im Internet von ihrer Praxis gelesen habe. Tja. Der Rest kam dann von selbst." Mit diesen Worten ergriff sie die Hand ihrer Freundin und lächelte diese an. Frau Doktor lächelte und nickte. "Das verstehe ich", sagte sie. "Nun gut. Hier herein, bitte." Das Behandlungszimmer bestand aus diversen Vorrichtungen und bereitgelegten Gegenständen. In der Mitte befand sich eine Konstruktion, auf der gerade der Patient festgeschnallt wurde. Dabei wurde der junge Mann lediglich an Händen und Füßen festgehalten, sodass der Rest seines Körpers problemlos erreichbar war. Isabelle und Sonja durften sich auf Stühlen in der Ecke niederlassen, um die Behandlung nun miterleben zu können. Die erste Stufe war eine komplette Reinigung, welche die Arzthelferinnen mit speziellen Wasserschläuchen vornahmen. Dabei wurde der Junge säuberlich mit einer Wasser-Seifen-Mischung abgespritzt, ehe sämtliche Haare mit einer weiteren Flüssigkeit von seinem Körper entfernt worden. Danach gab es eine weitere Säuberung, womit zumindest die äußere Reinigung beendet war. Der zweite Teil dauerte etwas länger, da hier dem Ohnmächtigen mehrere kleine Einläufe verpasst wurden, sodass er auch innen sauber war. Auch beim nächsten Teil übernahm Frau Doktor lediglich die Aufsicht. Eine der Arzthelferinnen holte mit Handschuhen ein bereit gelegtes, spezielles Darmrohr aus der Verpackung, rieb es an einem Ende mit Gleitgel ein und schob es dem Jungen dann langsam in den Hintern. Es dauerte einige Minuten, bis es soweit drin war, dass lediglich noch einige Schläuche heraus schauten. Frau Doktor nickte zufrieden und gab der anderen Arzthelferin ein Zeichen, worauf diese einen ebenfalls speziell angefertigten Dauerkatheter aus einer Verpackung nahm. Sie nutzte ebenfalls etwas Gleitgel, wartete, bis ihre Kollegin die Eichel des Patienten ausreichend desinfiziert hatte und schob den Katheter dann langsam in die Harnröhre. Sie machte das nicht ganz so geschickt wie die andere, aber nach einigen Minuten und einer kleinen Korrektur war Doktor Winke auch hier zufrieden. "Sehr schön", meinte sie. "Nun zu dem etwas komplizierteren Teil." Damit legte sie sich einen Mundschutz an, zog sich einen Hocker heran und positionierte sich so, dass sie an die Hoden des Jungen herankam. Mit einem Skalpell schnitt sie nun ganz vorsichtig und langsam die Hoden auf. Beide erhielten nicht mehr als einen dünnen Schnitt. Der Junge konnte froh sein, dass er gerade schlief, aber er würde die Schnitte nachher noch zu Genüge spüren können. Nun legte Doktor Winke das Skalpell beiseite und nahm stattdessen ein sehr kleines Gerät, das eine der Arzthelferinnen ihr reichte. Mit chirurgisch geschickten Händen führte sie die Vorrichtung in den linken Hoden und befestigte diese dort wie vorgesehen. Das gleiche machte sie mit dem rechten Hoden, ehe sie beide wieder zunähte. Aus beiden schaute jetzt bloß noch je ein dünnes Kabel heraus. Sie nickte zufrieden "Gut. Machen Sie nun weiter." Jetzt begann die eigentliche Verwandlung. Die beiden Arzthelferinnen holten ein speziell angefertigtes Kostüm hervor. Es bestand aus täuschend echt aussehendem Fell und wurde dem Patienten nun quasi direkt auf die Haut geklebt. Es zu entfernen, so warnte Frau Doktor noch einmal, würde nahezu unmöglich sein. Isabelle kicherte und nickte. "Nur zu." "Sehr schön." Die beiden jungen Damen begannen mit ihrer Arbeit und brachten das Kostüm nach und nach auf die Haut. Sorgfältig befestigten sie es, ehe es noch mit passenden Pfoten natürlich ebenfalls aus künstlichem Material abgerundet wurde. Damit war das Kätzchen schon fast fertig. Zu guter Letzt gab es noch eine Maske über gezogen, damit auch das Gesicht wie das eines Kätzchens aussah. Die beiden Mädchen und zukünftigen Frauchen des Haustieres hatten das gesamte Kostüm bereits im Vorfeld über das Internet mit Frau Doktor besprochen. Nun hatte der ehemalige Junge sogar ein paar Öhrchen, mit denen er, der Technologie sei Dank, sogar richtig hören konnte. Das Letzte, was er nun noch von den Helferinnen bekam, war ein spezieller Keuschheitsgürtel, in dem alle Kabel und Schläuche zusammengeführt wurden. Nachdem das geschehen war, überprüfte Frau Doktor noch einmal in Ruhe alle Einstellungen, ehe sie ein Armband mit der Steuerungseinheit an Isabelle gab. "Damit können Sie alles kontrollieren", erklärte Frau Doktor. "Er wird weiterhin normal gehen können, auch seine Hände stehen ihm normal zur Verfügung. Und natürlich wie von ihnen gewünscht auch seine Zunge. Der Stimmenmodulator ist bereits aktiviert. Die Steuerung für Ihr Haustier ist relativ intuitiv. Aber ich gebe Ihnen noch ein Handbuch mit, wo alles drinsteht." "Vielen Dank. Ist noch etwas, was wir wissen müssten?" "Ich denke nicht...ach ja, doch. Das künstliche Material wird in einigen Wochen spätestens in einigen Monaten mit seiner Haut verwachsen sein. Dann wird er auch etwas auf dem Fell spüren können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß, mit Ihrem neuen Haustier..." Als Chris aufwachte, war ein dumpfer Schmerz im Unterleib das Erste, was er spüren konnte. Mit einem Stöhnen setzte er sich auf und erstarrte. Mit großen Augen schaute er seine Hände an, die inzwischen übergroßen Pfoten gewichen waren. Sein ganzer Körper war von Fell bedeckt. Mit einer schnellen Bewegung hastete er zum Spiegel und betrachtete sich ungläubig. Er schaute eine Katze an. Während er noch am Staunen war, öffnete sich die Tür und seine zwei Exfreundinnen lächelten ihn an. "Ah, das Kätzchen ist aufgewacht", grinste Sonja. Eigentlich wollte Chris sie lautstark verfluchen, aber das Einzige, was aus seinem Mund kam, war ein lächerlich hohes Miauen. Die beiden Mädchen brachen in Lachen aus, als er versuchte mehr zu sagen und immer wieder nur tierisches Miauen heraus brachte. Nachdem sich Isabelle etwas beruhigt hatte, grinste sie noch immer breit. "Tja. Du bist ab jetzt unser Kätzchen. Gewöhn dich schon einmal dran." Chris fletschte die Zähne und stapfte auf sie zu. Doch bevor er sie erreichen konnte, spürte er einen unglaublich betäubenden Schmerz zwischen den Beinen und brach zusammen. Jappsend lag er auf dem Boden. "Dieses nette Gerät", erklärte Isabelle ihm, "erlaubt es uns dich zu kontrollieren. Wir kontrollieren wann und wo du dein Geschäft erledigst." "Und wenn wir wollen, können wir mit diesem praktischen Gerät sogar deine Hoden verdrehen, wie du gerade unweigerlich gespürt hast. Und das war erst der Anfang. Das waren gerade mal 45°. Wir können gerne eine volle Umdrehung daraus machen." Hilflos miaute Chris. "Gut, gut. Dann ist die erste Lektion, die du lernen wirst, dass du ab jetzt nur noch auf allen Vieren gehen wirst..."
|