Für den Feinschmecker (Rezept 1: Kastlingshüte) German


By: Henri Meunier

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Für die Feinschmecker unter den Liebhabern des männlichen Geschlechtes:

Exotisch-erotische Rezepte, zum Nachkochen wärmstens empfohlen.




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Kastlingshüte

Ein Rezept aus dem späten Mittelalter: Wo Knaben zum Erhalt ihrer Sopran- oder Altstimme kastriert wurden, fielen regelmäßig und mitunter reichlich die Hoden an. Es war naheliegend, sie in der Küche kulinarischer Verwertung zuzuführen. Hier eine ganz köstliche Art der Zubereitung aus der norditalienischen Küche:

„Erwartet man die Gäste am Abend, empfiehlt es sich, die Beschneidung der Knaben in den späten Nachmittagsstunden zu vollziehen, damit die Kastlingshüte (Hoden) ganz frisch in die Küche gelangen.

Man macht Weizenteig ab mit Eiern, Zucker, Kaneel, Muskatblumen, Pfeffer und ein wenig Butter, arbeitet ihn wohl und reibt ihn mit einem Treibholze aus, beschmieret die Kastlingshüte mit Butter, macht sie heiß und zieht den Teig darüber, schneidet den Teig ab, der unten anhängt, setzt sie in den Ofen und wendet sie oft um. Wenn sie gar sind, bestreicht man sie mit Rosenwasser und Zucker, Honig oder Sirup, bestreut sie mit rotem oder weißem Zucker oder mit Safran und Zucker. Man bereite zwei bis drei Kastlingshüte solcherart für einen jeden an der Tafel und gebe sie - noch warm! - wohl bei Konfekt zu Zucker, Rosmarien oder anderen Blumen zur Vorspeise. Der Hausherr kann des Wohlwollens seiner Gäste und ihres Lobes ob solcher Spezerei sicher sein.”

(Nachbemerkung: Da das Kastrieren von Knaben zum Erhalt der Knabenstimme heute weniger gebräuchlich ist, muß der interessierte Küchenchef für die Besorgung der Kastlinghüte neue Wege suchen. Hoden vom jungen Mann sind in Deutschland leider nicht über den Fachhandel zu beziehen, Hoden vom Tier sind keine wirklich gleichwertige Alternative.)



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