Der Maharadscha von Radwaha - Teil 8 - German
By: Mirror

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Wenn man glaubt, es könne nicht mehr schlimmer kommen...


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»Ich bitte Euch«, fuhr Ewan unentwegt fort. »Bitte lasst sie nicht töten. Das hat sie nicht verdient.«

»Ich denke nicht, dass ich einen Grund sehe, diesem Wunsch nachzukommen«, blockte der Maharadscha hart ab. »Außerdem haben unsere Sklaven keine Namen.«

Ewan atmete scharf durch. Was nun? Er konnte nicht so einfach zusehen, wie Jagrati langsam und qualvoll sterben würde. Immerhin war sie diejenige, die sich immer gut um ihn kümmerte, ihn jeden Morgen weckte und ihn ordentlich wusch. Nach kurzem Nachdenken beschloss er auf Risiko zu spielen.

»Dann wünsche ich, dass ich genauso hingerichtet werde«, sagte er leise.

»Was?«

Der Regent schaute ihn fassungslos an. Einen Moment lang schien er einfach nur verwirrt zu sein, doch dann verdichtete sich seine Miene. Er gab nur ein paar wenige Anweisungen, ehe Ewan von zwei Dienern nach vorne begleitet wurde. Man zwang ihn auf die Knie, knebelte ihn sogar. Der Junge wehrte sich dabei nicht. Unter den fassungslosen Augen der anderen Edelsklaven legte man ihm sogar das Metallhöschen an. Ein Diener stellte den transparenten Behälter mit einer dritten Schlange neben ihm ab. Ewan konnte Jagrati direkt in die Augen schauen und sah, dass auch sie nicht glauben konnte, was da gerade passierte.

»Wünscht du noch immer wie sie zu sterben?«, fragte der Maharadscha gleichgültig.

Ewan dachte nur kurz nach. Es bestand eine gute Chance, dass der Maharadscha nicht bluffte und ihn einfach würde töten lassen. Aber dann würde er doch einen seiner Edelsklaven verlieren, oder nicht? Der junge Sklave spürte, wie sein Herz pochte, als er langsam nickte. Er musste einfach dieses Risiko eingehen.

»Gut«, murmelte der Herrscher. »So soll es sein.«

Nun konnte der Edelsklave hören, wie einer der Behälter geöffnet und die Schlange herausgenommen wurde. Er konnte das Zischeln hören. Seine Muskeln verkrampften sich, als man das hintere Rohr nun öffnete. Er zwang sich selbst zur Ruhe. Er musste einfach vertrauen.

Plötzlich lachte der Maharadscha los.

»Köstlich«, sagte er. »Einfach wunderbar. Ich bewundere deinen Mut.«

Er schnippte mit dem Finger, woraufhin die Schlange wieder zurückgelegt wurde. Ewan wurde losgelassen und sowohl von dem Metallhöschen als auch von dem Knebel befreit. Auch Jagrati, die noch immer erstaunt dreinblickte, wurde losgebunden.

»Ich hatte nicht erwartet, dass du so lange durchhalten würdest. Nun gut. Die Sklavin wird verschont. Sie wird allerdings später noch auf andere Weise bestraft werden. Was allerdings die andere angeht...habt ihr die Ehre.«

Ewan schluckte leise. Sollten sie sie nun umbringen? Er schaute Jagrati an, die nur kurz durchatmete, ehe sie mit ihm zu dem Behälter ging. Sie öffnete ihn und nahm die Schlange ganz vorsichtig heraus, sodass sie den Kopf des Tieres fest in der Hand hatte. Sie schaute Ewan unsicher an. Sie hatten keine Wahl. Immerhin hatte der Maharadscha sie beide verschont. Also öffnete Ewan das Rohr der Sklavin, die nun heftig zu zappeln begann und half seiner Freundin, das lange Tier langsam in das Rohr zu führen. Jetzt begann die hilflose Sklavin richtig heftig zu zappeln. Sie zerrte hemmungslos an ihren Fesseln, begann hinter dem Knebel zu schreien. Nach und nach bewegte sich die Schlange tiefer in sie hinein, schlängelte sich in ihren Darm. Nachdem von dem Tier nichts mehr zu sehen war, schloss Ewan das Rohr wieder und machte mit Jagrati einen Schritt zurück. Die Augen der Sklavin weiteten sich, als sie spürte, wie das Tier tiefer in sie hinein gelangte. Sie bewegte sich so viel wie möglich, versuchte irgendwie frei zu kommen. Vermutlich war das genau falsch. Die Schlange wurde dadurch nur noch aggressiver. Mit einem Mal wurden die Schreie hinter dem Knebel intensiver und Ewan sah, wie sich etwas unter der Haut bewegte. Als sich die Haut über dem Bauchnabel kurz wölbte, wusste er, dass sie nicht mehr zu retten war. Selbst wenn sie es nun schaffen würden, die Schlange einfach zu entfernen, waren die inneren Verletzungen vermutlich schon zu groß. Er atmete unruhig durch und merkte, wie froh er war, dass er nicht alleine dafür verantwortlich war. Er warf Jagrati einen Blick zu, welche die Prozedur mit wachsendem Unbehagen verfolgte. Nochmals war zu sehen, wie sich die Schlange durch den Körper der sterbenden Sklavin bewegte. Dieses Mal seitlicher. Der Analsklave hatte Mühe sich nicht abzuwenden, als er sah, wie dunkelrotes Blut aus dem Metallhöschen floss. Die Sklavin gurgelte etwas, dann kippte ihr Kopf nach hinten. Sie regte sich nicht mehr. Er atmete nochmals durch, ehe er sich dem Maharadscha zu wandte. Dieser nickte zufrieden.

»Sehr gut«, sagte er.

Ewan wurde zurück auf sein Zimmer gebracht. Er wartete dort etwa eine halbe Stunde, bis er wieder abgeholt wurde. Es war Jagrati, die mit einem Lächeln erschien. Er schluckte kurz, als er sie sah. Ihre Haare waren vollständig abrasiert worden. Dort wo normalerweise ihr schönes Haupthaar gewesen war, war es nun völlig kahl.

»Ist das...die Strafe?«, fragte er vorsichtig.

»Ein Teil davon«, seufzte sie. »Immerhin darf es nachwachsen. Aber so sieht nun jeder im Palast, dass ich Mist gebaut habe. Du verstehst?«

Er nickte langsam.

»Und der andere Teil der Strafe?«

Sie wurde etwas rot im Gesicht.

»Na ja«, meinte sie. »Ich muss unserem Gebieter für die nächsten Wochen...die Windeln wechseln.«

Ewan schmunzelte dabei nun etwas.

»Das klingt nicht all zu schlimm«, sagte er.

»Es geht. Es gibt undankbarere Aufgaben. Es ist zwar nicht ganz so angenehm, jeden Morgen eine vollgemachte Windel zu wechseln und zu entsorgen, aber es gibt deutlich schlimmeres. Zum Beispiel qualvoll zu sterben. Warum hast du das gemacht? Warum hast du dein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt um mir zu helfen?«

»Weil...na ja...weil du sehr nett zu mir bist. Du bist wie eine Freundin für mich. Ich konnte einfach nicht zulassen, dass du wegen so etwas hingerichtet wirst.«

»Dank sehr«, flüsterte sie nach ein paar Sekunden.

Sie schüttelte dann den Kopf, nahm seine Kette in die Hand.

»Wir müssen zum Maharadscha«, erklärte sie. »Er möchte uns beide sprechen.«

»Wenn das mal gut geht«, kommentierte Ewan und folgte ihr sogleich.

Wenige Minuten später standen sie im Zimmer des Maharadschas. Dieser saß dort an seinem Schreibtisch, betrachtete die beiden ruhig.

»Fürs Erste werde ich eure kleine Freundschaft genehmigen«, erklärte dann langsam. »Sollte ich aber merken, dass eure restlichen Aufgaben darunter leiden...«

Die beiden nickten sofort. Sie hatten verstanden, auch ohne dass ihr Gebieter diesen Satz überhaupt beendete. Sie wussten ja bereits recht gut, was mit denen passierte, die nicht parierten.

»Gut. Ihr dürft gehen, Sklaven.«

Die beiden verbeugten sich und verließen das Zimmer. Ewan atmete aus.

»Das lief doch besser als ich dachte«, sagte er dann. »Ich hatte schon befürchtet...«

»Ich auch«, grinste Jagrati. »Los, komm. Es wird Zeit für dein Dampfbad.«

Sie brachte ihn direkt in die kleine Kammer, in der bereits der Geruch von verdampften Kräutern in der Luft hing. Wie auch das letzte Mal durfte er sich auf das Gitter setzen und spürte sogleich angenehme Wärme am Hintern. Er fragte sich, ob das überhaupt etwas brachte. Aber es war ja nicht seine Entscheidung, sondern die des Maharadschas. Ewan schaute zu, wie Jagrati die Kette an einem Ring festschloss, ihn anlächelte und dann verließ. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Etwas Entspannung konnte er jetzt wirklich gebrauchen. Immerhin waren er und Jagrati um ein Haar getötet worden. Er wollte gar nicht daran denken, wie dieser Tag noch hätte ausgehen können. Ein leiser, zufriedener Seufzer entkam seinen Lippen, dann lehnte er sich gegen die Wand. Er rutschte etwas umher, bis er gemütlich saß und sah dann ruhig zu, wie der Dampf langsam aufstieg. Immerhin war es geschafft. Er würde mit Sicherheit froh sein, wenn er sich heute Abend in sein Bett kuscheln konnte.

Er schreckte auf, als plötzlich lautstarker Lärm an sein Ohr drang. Seine Augen weiteten sich, während er versuchte herauszufinden, ob er das gerade nur geträumt hatte oder das Realität war. Dieses Mal hörte er etwas knallen. Gewehre möglicherweise? Er sprang vom Gitter runter und stürmte zur Tür, die er aufriss. Der Analsklave konnte niemand auf dem Flur sehen. Was sollte er nun tun? Er konnte ja nicht einmal weg, da ihn diese dämliche Kette festhielt. Gerade als er überlegte, wie es nun weitergehen sollte, kam Jagrati um die Ecke gerannt. Sie kam rutschend zum Stoppen, drückte ihn beiseite und lief in den kleinen Raum.

»Wir werden angegriffen!«, keuchte sie, während sie das Schloss der Kette mit zittrigen Händen zu öffnen versuchte. »Wir müssen schnell hier weg.«

Nach ein paar Sekunden herumnesteln hatte sie das Schloss endlich geöffnet.

»Komm mit!«, sagte sie, packte seine Kette und zog ihn mit sich.

»Was ist hier los?«, fragte Ewan im Laufen. »Wer greift an?«

»Ich weiß es nicht«, entgegnete die Sklavin.

Sie rannte mit ihm zielgerichtet zurück zu seinem Zimmer. Dort stieß sie ihn regelrecht hinein, schloss die Flügeltür und verriegelte sie mit einem Schlüssel.

»Warum bleiben wir hier?«, fragte er.

»Anweisung«, erklärte sie knapp. »Wenn wir angegriffen werden, müssen wir uns verbarrikadieren.«

Sie wischte sich kurz den Schweiß von der Stirn, ehe sie ihn keuchend ansah. Dann lief sie zu seinem Bett, kniete dort nieder und zog einen Karton darunter hervor. Er sah erstaunt zu, wie sie ihn aufklappte und daraus den Keuschheitsgürtel hervor zauberte, den er schon auf der Reise hatte tragen müssen. Dort wurde er also aufbewahrt. Sie öffnete ihn eilig und ging zu Ewan.

»Wa-Warum?«, fragte er. »Was soll das?«

»Ebenfalls Anweisungen. Für den Fall, dass...na ja...dass du gefangen genommen wirst. Damit sie dich nicht einfach so missbrauchen können. Du bist eben wichtig.«

Er zog seinen transparenten Lendenschurz hoch, sodass sie ihm das Höschen anlegen konnte.

»Aber...wenn die wirklich...also...wenn die uns wirklich gefangen nehmen....werden sie dann nicht eher...dich vergewaltigen?«

»Ja«, meinte Jagrati leise. »Aber du bist wichtiger. Du bist einfach der Edelsklave, verstehst du?«

Sie grinste kurz.

»Und du weißt doch, was der Maharadscha gesagt hat, oder? Es ist jetzt halt meine Aufgabe, dich so zu schützen.«

Sie drehte langsam den Schlüssel um, sodass es klickte. Dann prüfte sie, ob der Keuschheitsgürtel auch wirklich verschlossen war, ehe sie den Schlüssel schlicht und ergreifend aus dem Fenster warf.

»Nein! Was soll das?«, keuchte Ewan.

Er rannte zum Fenster, schaute dem Schlüssel hinterher. Die Dienerin zog ihn sofort zurück, schloss dann die Flügel des Fensters und verriegelte sie. Schlagartig wurde es dunkler im Zimmer.

»Es bringt nichts, wenn ich den Schlüssel bei mir trage«, erklärte sie. »Keine Panik. Wir finden ihn wieder, wenn alles vorbei ist.«

Der junge Engländer stöhnte leise. Er ließ sich in der Ecke neben dem Bett nieder. Jagrati setzte sich neben ihn und lehnte sich gegen die Wand.

»Nur die Ruhe«, flüsterte sie. »Die Palastwachen sind gut. Sie werden die Angreifer schon zurückschlagen.«

Seufzend nickte er. Er war nicht überzeugt.

»Was machen wir jetzt?«, fragte er schließlich.

»Warten.«


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