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Henri Meunier Durch die Wüste 1. Kapitel (März 2004) Die schmale Sichel des Mondes stand dicht über dem Horizont und funkelte im letzten Abendrot über dem Wüstensand. Die Karawane hatte einen langen, beschwerlichen Tag unter glühender Sonne hinter sich. Nun waren die Händler, ihre Kameltreiber und Diener vor der Kühle der Nacht in das große, flache Zelt geflüchtet. Die Männer saßen in einem Kreis um ein Kohlebecken, das sie wärmen sollte. Die Kamele waren versorgt, und die Reisenden konnten von der Beschwerlichkeit des Tages ausruhen. Akschid - ihr habt gestern versprochen, eure Geschichte zu erzählen, sagte einer der jungen Kameltreiber. Nun haben wir den ganzen langen Tag während unserer eintönigen Reise darauf gewartet und sind sehr gespannt, wie es euch ergangen ist. Die anderen Männer nickten zustimmend. Der Alte, der mit Akschid angesprochen worden war, rückte die Kissen, auf denen er es sich bequem gemacht hatte, zurecht und zog eine Weile in Gedanken versunken an seiner Wasserpfeife. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, als er zu erzählen begann: Es ist nun schon fast ein Menschenalter her. Und doch ich erinnere mich, als hätte sich alles erst gestern zugetragen. Nicht einmal 14 Jahre alt war ich damals. Meine Familie lebte in einem kleinen Dorf in den Bergen. Wir mußten schon als Kinder helfen, damit wir alle Tage eine Mahlzeit auf dem Tisch hatten. Dennoch hatten wir ein glückliches Dasein. Ich hatte viele Freunde, mit denen ich die wenigen Stunden verbringen konnte, in denen ich nicht auf dem Feld oder im Hause helfen mußte. Und seit geraumer Zeit hatte ich auch Gefallen daran, den Mädchen meines Alters bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Und ich freute mich, wenn ich merkte, daß auch sie nach mir schauten - und das taten sie, denn ich war wohl gut gewachsen und ein hübscher Junge. Der Tag kam, an dem es mit unserem friedliches Leben ein jähes Ende nehmen sollte. Es war ein sonniger Morgen, und der Tag versprach, sehr heiß zu werden, als schwer bewaffnete und berittene Sklavenhändler in unserer Dorf einfielen. Niemand von uns hatte solch einen Überfall erwartet. Wir waren nicht darauf vorbereitet, und so hatten sie uns bald alle auf dem Dorfplatz zusammengetrieben. Sie suchten diejenigen von uns aus, die sie mitnehmen und auf einem fernen Markt als Sklaven verkaufen wollten. Die gesunden jungen Frauen und Männer trieben sie auf die eine Seite des Platzes, die Alten hielten einige von ihnen auf der anderen Seite des Platzes in Schach. Wir mußten uns alle nackt ausziehen. Unsere Hände fesselten sie uns auf dem Rücken, so konnten wir nicht einmal unsere Scham bedecken, als wir, von den Sklavenhändlern umzingelt, dicht gedrängt auf dem staubigen Platz in der Sonne standen. Zum ersten Mal in meinem noch jungen Leben sah ich die betörende Nacktheit der Frauen - es waren dort alle jungen Frauen des Dorfes, und alle Mädchen. Die ganz jungen und die heranwachsenden. Alle waren sie nackt, kein noch so kleiner Fetzen eines Gewandes bedeckte den Liebreiz ihrer Jugend. Wie Vieh waren sie dort zusammengetrieben. Die meisten der Frauen und Mädchen weinten vor Angst und Verzweiflung und suchten Schutz bei ihren Männern. Jedoch wurden unsere Familien bald auseinandergerissen. Zuerst waren es die Männer, denen die Sklavenhändler eiserne Ringe um den Hals legten, die sie aneinander ketteten. Hinter den Männern wurden wir Jüngeren angekettet, hinter uns die Frauen, und am Ende der langen Reihe die jungen Mädchen. Die Ketten waren so kurz, daß wir bei jedem Schritt acht geben mußten, nicht über unsere Füße zu stolpern. Einige unserer Männer versuchten, sich zu wehren, als sie angekettet werden sollten. Sie wurden jedoch mit wenigen Streichen des Krummsäbels, den die Sklavenhändler furchtbar zu gebrauchen verstanden, niedergeschlagen. Hilflos und ob unserer Nacktheit verschämt mußten wir daneben stehen und sehen, wie sie im Staub lagen und verbluteten. Als wir alle in einer langen Reihe standen, am Hals aneinandergekettet und die Hände hinter dem Rücken gebunden, trieben sie uns aus dem Dorf. Drei Tage wurden wir durch karges Bergland getrieben. Die Sonne brannte unbarmherzig auf uns nieder, nur ein paar Schlucke Wasser bekamen am Tag. Die Sklavenhändler hatten ihren Spaß am Anblick der frischen, gerade erblühenden Körper unserer Mädchen, die sich Stunde um Stunde und Tag um Tag schwitzend und mit jedem Tag schmutziger in ihren Ketten quälten und ihre Brüste und Scham vor den lüsternen Blicken nicht bedecken konnten. Nachts versuchten wir, gefesselt, angekettet, nackt und dicht nebeneinander, auf dem harten Boden zu schlafen. Die Schreie und das Schluchzen, das in der Dunkelheit von unseren Mädchen herüber drang, tat uns kund, daß sich die Unholde nicht nur an ihrem Anblick erfreuten, sondern ihnen unter dem Schleier der Dunkelheit auch ihre Unschuld raubten. Am Nachmittag des dritten Tages kamen wir an das Ufer eines großen Flusses. Ich war nie zuvor so weit von zu Hause weg gewesen. Wir folgten dem Flußlauf, und bald erreichten wir eine Siedlung mit einem kleinen Hafen. Dort lag das Schiff der Sklavenhändler. Es sollte uns fern der Heimat in eine ungewisse Zukunft bringen. Wir wurden durch die Straßen geführt, in denen viele Menschen unterwegs waren. Auch dort blickten die Männer unverhohlen nach unseren Frauen und Mädchen, die sich ihrer unbedeckten Nacktheit schämten. Neben uns Jungen gingen zwei Frauen, die miteinander tuschelten und immer wieder auf den kleinen Hassan deuteten, der gleich hinter mir ging. Er war einer der Jüngsten von uns. Als ich mich vorsichtig umdrehte, sah ich, daß sein männliches Glied hoch und fest aufgerichtet und sein Gesicht und Hals vor Scham ganz rot waren. Wir erreichten das Schiff und wurden sogleich an Bord gebracht. Die Sklavenhändler sperrten uns alle zusammen in einen großen Raum unter Deck, in dem sie uns von Deck aus durch mehrere große Holzgitter beobachten und bewachen konnten. Weder die Ketten, noch die Fesseln nahmen sie uns ab, so saßen oder lagen wir wie Tiere dicht zusammengepfercht auf dem hölzernen Boden. Durch die Gitter konnten wir immerhin den Mast des Schiffes und den Himmel sehen und hatten in unserem Gefängnis genug Luft zum Atmen. Nicht lange, und das Schiff legte ab. Der erste Abend an Bord unseres Gefängnisses brach herein, jedoch die Kälte der Nacht und der harte Boden verhinderten, daß wir auch nur einige Augenblicke lang erholsamen Schlaf finden konnten. Früh am Morgen des folgenden Tages kamen zwei Männer in unsere Gefängnis, ihrer Kleidung nach ein Barbier und einer der Schiffer. Sie suchten die sieben jüngsten der männlichen Gefangenen aus, zu denen auch ich gehörte. Sie nahmen uns die Ketten vom Hals und führten uns durch einen engen Gang zum Bug des Schiffes. Wir kamen in einen leeren Raum, dessen eine Hälfte durch ein schweres Gitter abgeteilt war und als Käfig diente. Auf dem Boden lagen Reste von Lehm, Stroh und getrocknetem Kot, und es roch nach Tieren, die vor nicht langer Zeit hier untergebracht waren. In diesen Käfig wurden wir gesperrt. Außerdem von Henri Meunier im EA: Juliette, die scharfe Metzgerin (Teil I - III, Teil IV in Vorbereitung) Unersättliche Miriam (Teil I - III, Teil IV in Vorbereitung) Für den Feinschmecker (exotisch-erotische Rezepte für die Liebhaber des männlichen Geschlechtes) |