Simon(e) Teil 1
By: Oloto

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Simon realizes that somebody mixed his name with Simone. He takes the chance. (German Language)


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Zu spät. Und das am ersten Schultag an der neuen Schule!. Simon hastete die Treppen hinauf. Zum Glück war hier alles ausgeschildert.

Hier die 8b! Einen Moment lang blieb er vor der Türe stehen um durchzuathmen. Von innen hörte er die typischen Geräusche eines Unterrichts. Ein paar Stimmen; Gelegentlich rückte ein Stuhl.

Simon klopfte an, öffnete aber ohne auf ein Herrein zu warten die Türe. "Du bist sicher Simone - willkommen in unserer Klasse - schön daß Du auch schon da bist". Die letzten Worte hatten einen leicht ironischen Unterton.

Simon wollte gerade dazu ansetzen die Sache mit dem "e" geradezurücken, als der Lehrer ihn bat sich an einen freien Platz zu setzen.

Simon entdeckte zwei leere Plätze. Er entschied sich für den der nächer am Fenster lag. Auch weil der Junge der dort neben ihm sitzen würde etwas pfiffiger aussah als das Mädchen mit dem Zahnspangen-Grinsen in der Dritten links.

Der Lehrer fuhr mit dem Unterricht fort. "Hallo - ich bin Elias" stellte sich der Junge leise vor, als Simon Platz nahm. Simon sah sich in der Klasse um. Natürlich guckten sich die Mitschüler nach ihm um.

Beim Stundenwechsel schnappte Simon ein paar Gesprächsfetzen auf. Das Mädchen mit der Zahnspange echauffierte sich darüber "daß DIE sich neben einen Jungen setzt..." Ach ja - die Sache mit der Simone war noch nicht klargestellt. Aber sollte er sich jetzt nicht einfach den Spaß machen und noch eine Weile "Simone" weiterspielen? Bei irgend einer passenden Gelegenheit die Bombe platzen zu lassen könnte ein guter Einstieg in die Klassengemeinschaft sein.

Auch der nächste Lehrer sprach ihn ohne zu Zweifeln als Simone an. Offensichtlich hatte irgendwer den Namen falsch ins Klassenbuch notiert. Naja - und seine langen, goldblonden Haare dürften sicher dazu beigetragen haben daß der Irrtum nicht gleich erkannt wurde. Offensichtlich kam auch bei seinen Klassenkameraden kein Zweifel daran auf daß er ein Mädchen war. Simon mußte sich zusammenreißen um sich nicht alleine wegen Elias totzulachen. Er fühlte sich sichtich geschmeichelt daß sich "Simone" neben ihn gesetzt hatte - aber er schien auch nicht recht mit der Situation umgehen zu können. In der Vorletzten Stunde fragte Elias ob Simone ihn auf die Fete von Florian - einem Jungen aus der Parallelklasse - begleiten wolle. Er hatte sich sichtlich überwinden müssen - er war etwas rot dabei geworden. Richtig Spaß zu machen begann die Verwechslung als ihn nach der letzten Stunde noch zwei weitere Jungs dazu einladen wollten daß er sie zu dieser Fete begleitete. Der Satz "Tut mir leid - ich habe schon Elias zugesagt..." ging Simon wie Butter von der Seele. Sie fielen alle auf ihn herein! Vor allem einige der Mädchen schienen vor Eifersucht zu kochen.

Da offensichtlich fast die ganze Klasse zu dieser Fete ging, war das vielleicht auch die ideale Gelegenheit die Bombe platzen zu lassen.

Simons Eltern waren zu Verwandten gefahren. Seine Schwester Petra hatte gekocht. Ihre Hackfleischsauce zu den Spaghetti war ein Genuss. Petra hatte zuerst von ihrem ersten Schultag erzählt. Viel hatte sie nicht erlebt. Die Mitschüler waren gewiss nett - aber wohl schrecklich provinziell. Kein Vergleich mit der Großstadt aus der es sie hier her verschlagen hatte.

Nicht zuletzt um seine Schwester aufzumuntern erzählte Simon die Sache mit der Verwechslung - und der Fete, auf der er gedachte den Irrtum aufzuklären.

Petra blühte auf. Sie meinte es wäre noch cooler einen draufzusetzen und in Mädchenklamotten hinzugehen.

Simon wußte nicht recht ob er die Sache so weit auf die Spitze treiben sollte. Aber es wäre auf alle Fälle einfach lustig sich von Petra als Mädchen herausputzen zu lassen. Ob er so dann zur Fete gehen wollte, konnte er ja später immer noch entscheiden.

Petra meinte daß ihm ihr altes Sommerkleid gut stehen würde. Es war Ocker und so lang daß es den "kleinen Unterschied" vorteilhaft verdeckte. Weil es jetzt schon Herbst war, paßte auch das eierschalenfarbene Sweatshirt gut darunter. Petra war der Meinung daß dies auch ein wenig darüber hinwegspielte daß Simon für ein Mädchen doch sehr knochig gebaut war.

Simon war selbst ganz überrascht wie gut er darin aussah. Aber der eigentliche Teil der Verwandlung begann erst jetzt. Simon mußte seine Unterhose gegen einen Slip tauschen, bekam seine Haare etwas besser zurecht gemacht, Die Wimpern "aufgemotzt" und zuguterletzt noch einen Hauch Parufum an die Handgelenke.

Simon betrachtete sich im Spiegel. Er sah wirklich perfekt aus. Überhaupt nicht "tuntig" à la "Charlies Tante" sondern einfach nur wie ein Mädchen das es nicht einmal nötig hat Lippenstift oder Rouge aufzutragen. Selbst seine Turnschuhe paßten. Wenn er auf Socken verzichtete sahen seine Beine noch etwas länger aus.

Eine Haarspange war schließlich das Tüpfelchen auf das i.

In Simon war längst der Plan gereift die Enthüllung bis Montag warten zu lassen. Heute Abend wollte er erstmal möglichst vielen Jungs den Kopf verdrehen und die Mädchen zur Weißglut bringen. Nach dem Wochenende konnte er dann in seinen heftigsten Klamotten zur Schule kommen - das wäre der Knaller!

Simon hatte sich mit Elias an der Bushaltestelle verabredet, weil sich Simon noch nicht so gut in der Stadt auskannte daß er das Haus von Florian von alleine gefunden hätte. Elias wartete schon, obwohl Simon selbst einige Minuten zu früh war. "Gottseidank hat er keine Rose oder sowas dabei" dachte Simon. Elias wirkte jetzt nicht mehr so aufgeregt wie in der Schule.

Auf dem Weg schwärmte Elias. "Stinkreiche Eltern - Vater macht irgendwas im Ausland - Riesenvilla - direkt am See - und Swimmingpool." Die Partys bei Florian waren schon seit Kindergartentagen DAS gesellschaftliche Ereignis für die Altersgruppe. Wo die Party statt fand war schon am Eingang in die Straße nicht zu überhören.

"Das ist Florian!" sagte Elias und deutete auf einen Jungen der zwischen der großen Doppelgarage und der Walmdachvilla die Gäste begrüßte. "Du bist bestimmt Simone" wurden sie von Florian begrüßt. Simon sah unwillkürlich zu Elias, der mit den Achseln zuckte. Es hatte sich also schon herumgesprochen. Mit den Worten "Glückwunsch Kumpel!" begrüßte Florian Elias.

Elias hatte nicht übertrieben. Das war keine Villa, das war schon fast ein Schloß. Das Grundstück reichte bis hinunter an einen See. Auf mehren Terrassen verteilt lagen etwas das wie eine Gästehaus aussah, der Pool, eine Tanzfläche, und ein Lusthaus. Die meisten Gäste waren offensichtlich schon da, denn Florian war mit Elias und Simon"e" in den Garten gefolgt. "Darf ich Dich um den ersten Tanz bitten - natürlich nur unter der Voraussetzung daß Dein Begleiter damit einverstanden ist..." fragte Florian. Elias hatte "Klar - Kumpel!" gesagt. Und schon fand sich Simon auf der Tanzfläche wieder. Simon entschuldigte sich "Ich bin kein guter Tänzer". Kaum hatte er den Satz ausgesprochen hatte er bemerkt daß er gepatzt hatte. Aber Florian hatte es offensichtlich überhört. "Hier kann keiner richtig tanzen...". Das war im Falle von Florian ein klares Understatement. Florian konnte sogar so gut tanzen daß er Simon der ihm ungewohnten Damenschritte zum Trotz über das Parkett brachte. Der Abend war eröffnet. Alle klatschten ausgelassen. Die Mädchen mit verkniffenem Lächeln. Simon genoß es. Der nächste Tanz gehörte Elias. Danach hielt sich Simon erst einmal zurück. "So ein Flittchen" schnappte er irgendwo aus einer Gruppe Mädchen heraus auf. Er genoß es die Ziegen bei den Jungs auszustechen. Alle Mädchen die keinen festen Freund hatten - hatten keine Chance. Und nicht wenige Mädchen in festen Händen zeigten sich sichtlich beunruhigt.

Und schon wieder wurde Simon zum Tanzen aufgefordert. Der Junge mußte aus der Parallelklasse sein. Somon hatte ihn nicht aus der Schule in Erinnerung.

"Heee - Patrik!" rief Florian und ein paar andere Jungs pfiffen begeistert. Simon verstand nicht.

Aber mit Patrik zu tanzen war witzig. Sie unterhielten sich hervorragend und nicht nur einmal hatte Simon ganz vergessen daß er als Simone da war.

"Du bist das erste Mädchen in daß ich ein bißchen verliebt bin" gestand Patrik nach zwei Gin-Tonic. In diesem Moment wurde Patrik klar daß er zu weit gegangen war. Das hatte er nicht gewollt. "Du Patrik - ich muß Dir etwas sagen - ich bin kein Mädchen - ich heiße eigentlich Simon und nicht Simone" Simon erzählte Patrik die Geschichte wie er zu Simone geworden war. Patrik nahm es zum Glück mit viel Humor. "Ich hätte es mir ja denken können - wenn ich auf ein Mädchen stehe - ist sie natürlich ein Kerl". "Verliebst Du Dich sonst eher in Kerls?" fragte Simon. Patrick nickte "Tut mir leid" sagte Patrik. "Muß Dir nicht leid tun - ist ok" tröstete Simon. "Wenn ich ehrlich bin muß ich sagen daß Du hier der einzige Junge bis in den ich mir als Simone hätte vorstellen können mich zu verlieben".

Simon war froh als er sah daß Patrik nun wieder lächelte. Im nächsten Moment meldete sich ein Gefühl aus Simons Magengegend. Irgend etwas in ihm sagte Simon daß er sich ohne es bemerkt zu haben verliebt hatte. Patrik war nicht nur ein Kumpel mit dem er sich als Simone prima unterhalten konnte. Patrik war Jemand den Simon als Freund behalten wollte. "Bist Du sicher daß Du schwul bist?" fragte Simon.

"Sieht ganz so aus..." "Aber wenn ich wirklich ein Mädchen gewesen wäre?" "Weist Du - ich bin nicht so ein Schwuler der nur an dem interessiert ist was Jungs zwischen den Beinden hängen haben. Ich mag Jungs weil sie Jungs sind. So wie Du eben auch ein Junge bist - auch wenn man es nicht sehen kann.

"Ich könnte mir auch gut vorstellen ein Mädchen zu sein" bemerkte Simon. Patrik lachte. "Offensichtlich und unwidersprochen. Als Mädchen könntest Du hier Jeden haben".

Im Laufe des Abends unterhieltn sie sich noch lange. Die Vorstellung ein Mädchen zu sein begann zu einer fixen Idee zu werden die immer mehr Kontur annahm. (fortsetzung folgt)


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