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Zwei Wochen lang hatten die Kämpfer nun miteinander trainiert und gelebt. Alles, was sie taten, geschah in gemeinschaftlicher Öffentlichkeit. Es gab keine Privatheit mehr für die Kämpfer. Essen, Schlafen, Körperpflege einschließlich Toilette sowie das Training waren frei zugänglich. Jeder geladene Gast konnte das Camp jederzeit tags wie nachts besuchen und seine Favoriten auf Sieg oder Niederlage beobachten. Vom ersten Tag an waren die Kämpfer nackt, sie lernten die Körper jedes einzelnen Konkurrenten in allen Einzelheiten kennen. Nach einem streng einzuhaltenden Plan absolvierten sie miteinander ihre harten Trainingseinheiten. Jeder konnte so jeden Kämpfer bereits vor dem Aufeinandertreffen in der Arena in seinen Kampfgewohnheiten kennen lernen. Das Feld der Ringer erschien von seiner Leistungsfähigkeit sehr einheitlich. Klare Überlegenheiten oder eindeutige Überforderung waren nicht auszumachen. In einem anderen Umfeld hätte Stefan gerne Herbert, Jerôme oder Hitoshi näher kennen gelernt. Hier musste er sich aber alle Gefühlsregungen versagen, wollte er nicht am Ende im Angriff gegen einen der von ihm begehrten Kämpfer versagen und als unwürdig dastehen. Regelmäßig wurden die Athleten von potenziellen zukünftigen Besitzern in Augenschein genommen. Für Stefan interessierten sich ganz offen einige Araber und ein zum Islam konvertierter blauäugiger Spanier. Anders als bei seinen zwei vorangegangenen Siegen empfand Stefan sich im Umgang mit diesen offen als Herren auftretenden Männern diesmal nicht mehr als ebenbürtig. Seine betonte Zurückhaltung gegenüber den nahezu gleichaltrigen Männern war fast schon ein Eingeständnis der bevorstehenden Niederlage und Versklavung. Ohne sich dessen klar bewusst zu sein, hatte er den Unterschied zwischen sich und seinem zukünftigen Meister bereits akzeptiert. Gegenüber seinen Kampfgegnern fehlte ihm das Unterschiedsgefühl. Sollte er erneut siegreich aus dem Turnier hervorgehen, müsste er sich aber offen eingestehen, dass er sich selbst als Sklave empfindet und eines Herrn und Meisters bedarf. In seinen immer feuchteren Träumen widerfuhr ihm genau dies. Er hatte gesiegt und steht verzweifelt im einsamen Triumph, während seine unterlegenen Gefährten beschnitten und kastriert in den Besitz ihrer neuen Herren übergehen. Jerôme und Herbert finden sich kniend vor dem spanischen Konvertiten wieder, der Stefan von sich weist. Mehrere Nächte vor dem Kampf wacht Stefan immer wieder mit diesem Traum auf und gewinnt immer mehr die Gewissheit, dass sich sein Leben wird ändern müssen. Wie auch immer das Turnier enden wird: Sein Leben wird danach ein anderes sein müssen.
Endlich kommt der Tag des Kampfes. Alle Kämpfer haben diesen Tag herbeigesehnt und immer unruhiger und ungeduldiger ihre tägliche Trainingsroutine verrichtet. Jeder ist fit. Die Kämpfer werden am Morgen des Kampfes im Bäderbereich gemeinsam ausgiebigen Waschungen unterzogen, rasiert und zuletzt mit feinstem Öl massiert. Schimmernden antiken Skulpturen gleich weckt ihr Anblick die Gier und Leidenschaft der wartenden Käufer. Innerhalb des Camps liegt die Arena in einem abgeschiedenen und von breitkronigen hohen Pinien umfriedeten Bereich, der von der äußeren Umfassungsmauer nicht einsehbar ist. Die Arena wird von mehreren Sklaven vorbereitet, die in den Vorjahren hier selbst ihre Eier gelassen hatten. Stefan erkennt einige von ihnen wieder. Aus Aberglauben heraus vermeidet er einen Gruß vor dem Kampf. Die Arena ist mit tiefem körnigem Sand aufgefüllt, der sich tagsüber durch seine schwarze Farbe stark aufheizt. Fünfzehn mit feinem Rosen- und Puttenrelief verzierte Marmorsäulen fassen das Rund der Arena ein. An jeder einzelnen wird am späten Abend ein ermatteter Kämpfer angekettet sein, in der Entmannung das Zeichen seiner Niederlage annehmen und mit der Beschneidung das Siegel seiner Versklavung empfangen. Die etwa drei Meter hohen Säulen haben jeweils einen Metallkranz, an dessen Ausleger zwei Ketten baumeln, die den Besiegten fesseln werden. Mehrere Halterungen lassen zusätzlich das Einsetzen von Fackeln im Strahlenkranz zu, sodass ein archaischer Fackelschein eine erregende und feierliche Stimmung aufkommen lässt. Die hoch aufragenden hölzernen Ränge werden jedes Jahr sorgfältig erneut errichtet. Die gut zahlenden Besucher lassen sich bequem auf ausladenden Polstern nieder, während sie von blumenbekränzten Arenensklaven mit erlesenen Köstlichkeiten verwöhnt werden. Es herrscht eine spannungsgeladene und aufgekratzte Atmosphäre, als mit Sonnenuntergang die ölglänzenden Kämpfer in zwei Reihen ins Rund der Arena einmarschieren. Jeder Ringer trägt eine schwarze lederne Kampfhose, wie sie in der Türkei bei traditionellen Ringkämpfen üblich sind. Vor dem Anlegen der Hosen war jedem Kämpfer der Sack doppelt mit Elastrator-Bändern abgeschnürt worden, die im Falle der Kastration eine allzu ausgeprägte Blutung verhindern sollten. Diese bedeutsame Zeremonie war zwei Stunden vor dem Kampfbeginn vor den schon aufgegeilten Zuschauern im Bäderbereich vollzogen worden. Hierbei war es Brauch, dass jeder Kaufinteressent seinem potenziellen Sklaven an den erkaltenden Sack fasste und damit ein Gebot für ihn abgab. Neben einigen Chinesen und Europäern fassten alle Araber und der spanische Konvertit, die sich in der Vorbereitungszeit so für ihn interessiert hatten, Stefan an den Sack. Auch Herbert und Jerôme werden hoch gehandelt für den Fall ihrer Niederlage. Der Sieger des Vorjahres eröffnet den Kampf. Stefan steht dem deutlich größeren Mihai gegenüber und ist sehr angespannt, da dieser in der Vorbereitungszeit stets ein unangenehmer und sehr ausdauernder Gegner gewesen war. Aber schon zu Kampfbeginn zeigt sich Mihai unaufmerksam und muss vor Stefan auf die Knie. Mit einem routinierten Hebegriff befördert der Bulle den rumänischen Kämpfer kampfunfähig in den Staub. Mihai wird von zwei Arenensklaven in Empfang genommen, seiner Kampfhose entledigt und an die erste Säule gefesselt. Sein dickes Glied bäumt sich fast waagrecht gegen die Vorhaut-Piercings. Mit glühendem Gesicht starrt er geschlagen und erwartungsvoll in das Rund der Arena, die nun von den zwei nächsten Kämpfern betreten wird. Außer Stefan und Jerôme werden alle Europäer bereits in der ersten Runde in den Staub gezwungen. Alle Afrikaner siegen, während auch die beiden Japaner im asiatischen Vergleich mit ihren indischen Gegnern den Kürzeren ziehen. Mit Arne hat Thomas ein leichtes Spiel, sodass die Zuschauer vor Enttäuschung über die Kürze des Kampfes murren. Mehr Kampfkraft und Taktik nötigt Sergej dem am Ende überlegenen Alwin ab, während sich Herbert verbissen gegen die Niederlage stemmt und dem körperlich weit stärkeren Jonathan über einen langen kräftezehrenden Kampf Paroli bietet. Mit einer Mischung aus Bedauern und Respekt applaudieren die Gäste dem besiegten Schweizer, der mit hoch erhobenem Haupt und bebender Brust seinen Platz an der Säule einnimmt. Auch Alberto wehrt sich nach Kräften gegen die Niederlage, die ihm der ausgefuchste Deng schließlich mit einem raffiniert angesetzten Heber bereitet. Der zweite Chinese Liu muss sich dagegen rasch der eleganten Kampftechnik des Bretonen Jerôme unterwerfen und wird wie die anderen Besiegten an einer der Säulen gefesselt. Einem beeindruckenden indischen Doppelsieg zeigen Kanjit und Kumar, die die beiden verbissen kämpfenden Japaner Hitoshi und Tadao in langen Kämpfen niederringen. Die Auslosung der zweiten Runde bestimmt die beiden Inder jedoch zum nationalen Bruderkampf, den die Recken willig annehmen. Kanjit ist seinem Landsmann kräftemäßig deutlich überlegen und kann als erster Kämpfer seinen Gegner mit einem Schultersieg den Arenensklaven vor die Füße werfen. Nackt und benommen nimmt Kumar seinen Platz an Hitoshis Seite ein. Sein beeindruckend großes Glied drängt schwer gegen seine Knebelung. Im nächsten Kampf messen Stefan und Thomas ihre Kräfte. Wie berauscht ergötzen sich die Zuschauer an dem wilden Ringen. Schwarz und weiß sind die glänzenden Körper ineinander verschlungen, bis sich Stefan dem klammernden Griff seines Rivalen entwinden kann und diesen im Gegenzug in den Schwitzkasten nimmt. Nach einer Weile des verzweifelten Kampfs gegen die zunehmende Luftnot gibt sich Thomas geschlagen und lässt sich unter Stefans Druck rücklings auf den Boden gleiten, wo er die Fesseln der Sklaverei willig annimmt. Gleich im Anschluss folgt ihm Jonathan an eine der Marmorsäulen, nachdem er sich seinem stärkeren Landsmann Alwin beugen hatte müssen. Die zweite Kampfrunde schließen Deng und Jerôme ab, die wie wilde Hunde aufeinander zu stürzen. Erst nach zähem Ringen entscheidet der Bretone das offene Match für sich, indem er den Chinesen in einem gewagten Überwurf schultert. Das Risiko einer eigenen Niederlage nimmt er zur Begeisterung der Zuschauer in Kauf.
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