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Er hatte gerade noch die Zeit aufzustehen und sich einige Hände voll mit kaltem Wasser ins Gesicht zu schütten, ehe sein Name durch den halben Palast hallte.
"Imhotep!" Der Junge seufzte leise, rückte den einfachen Schurz zurecht, der seine Lenden bedeckte und lief dann auch schon los. Er bremste abrupt ab, als er den Obersklaven um die Ecke kommen sah und somit beinahe umrannte. Der Obersklave Amun war Rot vor Zorn im Gesicht. "Was hast du getrieben?", rief er erbost, wartete aber zum Glück für Imhotep nicht auf die Antwort. "In Kürze wird der Pharao mit dem Botschafter ankommen! Und wir haben noch hundert Sachen zu erledigen. Na los. Ab in die Küche mit dir, du fauler Sklave." Amun hob die kleine Peitsche, die er immer mit sich herum trug, sodass der Junge sofort eilig los lief, um seine Aufgaben zu erledigen. Vor Amun hatten alle Sklaven Angst. Es hieß sogar, dass Amun einmal einen Sklaven so lange ausgepeitscht hatte, bis sich die Haut schon von seinem Rücken gepellt hatte. Imhotep schauderte bei dem Gedanken. Er hatte schon einmal für eine zerbrochene Amphore zwanzig Schläge mit der Peitsche bekommen und hatte die nächsten Nächte nur noch auf dem Bauch liegen können. In der Küche war ein heilloses Durcheinander. Dutzende Sklaven bemühten sich das Essen für den Pharao und den Botschafter aus dem Orient zuzubereiten. Es dauerte nur Sekunden, da bekam Imhotep ebenfalls Anweisungen und musste kräftig mithelfen. Mit einem lauten Klirren ließ einer der Sklaven einen Teller fallen. Imhoteps Augen weiteten sich und sofort beeilte er sich, wie auch die anderen Sklaven, soweit wie möglich von dem Unglücklichen weg zu kommen. Kaum dass er wieder in der Küche war, konnte er das Gebrüll von Amun hören. Dann ein wenig Gestammel von dem Sklaven und Amuns neustes Opfer wurde mit gezerrt. Imhotep war sich sicher, dass der junge Sklave heute nicht mehr glücklich werden würde. Nach einiger Zeit waren sie endlich fertig und keine Sekunde zu früh. Der Pharao wurde angekündigt und die Sklaven verschwanden entweder in den Bankettsaal oder in die Küche. Imhotep, der ebenfalls im Saal war, blieb routiniert in der Ecke stehen und beobachtete möglichst unbeteiligt, wie der Pharao durch die Türe schritt. Neben ihm ging ein kleiner, dicker Botschafter her, der mit seiner bunten Kleidung keinen Zweifel daran lassen wollte, wie reich man in dem Land war, das er vertrat. Knapp hinter ihnen folgten einige weitere Berater und Imhotep ließ sich einen Moment lang dazu verleiten aufzublicken ein wunderhübsches Mädchen. Imhotep hatte sie zuvor niemals gesehen, also war sie entweder Beraterin oder was er eher annahm die Tochter des Botschafters. Der Anblick ließ sein Herz zum ersten Mal höher schlagen. Sie trug schulterlanges, schwarzes Haar und war in ein ebenso buntes wie elegantes Kleid gewickelt. Neugierig schaute sie sich nun ebenfalls um und entdeckte dabei auch ausgerechnet Imhotep. Einen Moment lang trafen sich ihre Blicke, ehe der junge Sklave rasch den Kopf senkte. Er konnte ihren Blick noch weiterhin einige Sekunden auf sich spüren, doch wusste er nur zu genau, was es bedeutete, wenn man ihn dabei erwischte, wie er die Tochter des Botschafters angaffte. Er atmete leise durch und hob dann wieder den Kopf. Die Gäste hatten sich inzwischen mitsamt des Pharao gesetzt und begannen sich nun zu unterhalten. Gelegentlich wurde Imhotep zum Tisch gewinkt, um den Gästen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, aber größtenteils blieb er nur dekorativ in der Ecke stehen. Sein Blick ruhte auf dem Tisch, an dem alle saßen. Dann aber spürte er, wie er wieder angeschaut wurde. Die Tochter des Botschafters schaute ihn genau an. Imhotep verkrampfte sich regelrecht, um den Blick auch wirklich nur auf dem Tisch zu behalten und nicht die schöne junge Frau zu betrachten. Nach einiger Zeit ließ er sich doch wieder hinreißen, ließ die Augen in ihre Richtung wandern. Sie lächelte ihn an. Es war nicht nur Illusion. Sie schaute genau nur ihn an. Er spürte, wie ihm heiß wurde. Sie beugte sich etwas zu ihrem Vater wurde und sprach einige Worte zu ihm, die Imhotep nicht hören konnte. Mit Unbehagen stellte er fest, wie der Botschafter kurz darauf die Hand leicht hob, um einen Sklaven heran zu winken. Da Imhotep der nächste war, setzte er sich sofort in Bewegung und schritt zum Tisch. "Was kann ich für Euch tun, Botschafter?", fragte Imhotep so ruhig wie die Male zuvor. "Meine Tochter ist von der langen Reise erschöpft. Zeigt ihr doch bitte ihr Quartier." "Sehr wohl", sagte der Sklave untertänigst. Er wandte sich an die junge Frau, die nun aufstand. Sie lächelte leicht. "Ich bringe Euch zu eurem Quartier", sagte Imhotep so ruhig wie möglich. "Ich folge Euch", antwortete sie mit ihrer schönen Stimme. Der junge Sklave führte sie aus dem Saal heraus und durch den Palast. Er wagte es nicht, noch etwas zu sagen. Bei ihrem Quartier angekommen öffnete er ihr die Tür und führte sie hinein. Imhotep kannte diese Quartiere bereits. Er war schon häufiger in solchen gewesen, hatte aber natürlich noch niemals darin übernachtet. Sie waren unglaublich luxuriös eingerichtet und zeugten deutlich vom Wohlstand des Pharao. "Ich hoffe, es ist zu Eurer Zufriedenheit." "Sehr", antwortete die Tochter des Botschafters lächelnd. "Wenn...wenn Ihr noch etwas benötigt...ein Diener steht draußen bereit und erfüllt Euch jeden Wunsch." "Sehr gut. Vielen Dank." Der Sklave verbeugte sich und wollte gerade Anstalten machen zu gehen, als sie ihn dabei unterbrach. "Eine Frage noch. Wie ist dein Name?" "I..Imhotep", antwortete er zögernd. "Sehr schön." Irritiert blinzelte er, verbeugte sich dann aber nochmals und verließ das Quartier. Was hatte das zu bedeuten? Unten angekommen wurde er sofort beiseite gezerrt. Amun hielt ihn am Arm und zog ihn mit sich. Imhotep sagte nicht, sondern stolperte nur mit. Ihm schwant übles. Er wurde in einen kleinen Keller gezerrt, der tief genug lag, damit die Gäste oben nichts hören konnten. "Was fällt dir eigentlich ein, im Namen von Osiris?", rief Amun zerknirscht aus. "W-was?" "Du hast die Tochter des Botschafters angestarrt, nicht wahr?" "Ich...", begann Imhotep. "Verdammt nochmal! Du kannst froh sein, dass das niemand anders gesehen hat außer mir." Der junge Sklave schluckte schwer. Er sah, wie Amun die Peitsche ausrollte. "Bitte nicht...", wisperte er. "Du kennst die Prozedur", sagte Amun wütend. "Ausziehen und Hände gegen die Wand." Imhotep schluckte schwer. Er löste seinen Schurz, ließ ihn auf den Boden fallen und presste dann die Hände gegen die Wand, sodass sein Rücken und seine Hinterpartie völlig ungeschützt zu Amun zeigten. Er konnte hören, wie die Peitsche ausgeholt wurde, ehe sie mit voller Wucht auf seine nackte Haut traf. Er schrie auf. Dann der nächste Schlag, mit der gleichen Intensität. Und wieder. Dabei landete weitaus nicht jeder Schlag auf seinem Rücken. Mehrmals landete die Peitsche ziel gerecht auf seiner Hinterpartie und hinterließ dort einen roten Striemen. Imhotep keuchte schwer, als die Schläge aufhörten. "Ich hoffe, diese Lektion behältst du im Hinterkopf!", rief Amun. "Weißt du, wo dein Problem ist? Genau hier!" Mit diesen Worten ließ er die Peitsche wieder durch die Luft wirbeln und ließ sie mit einem lauten Knall genau auf die Hoden des Jungen landen. Der Sklave schrie auf. Intensiver und heller als zuvor. Er krümmte sich auf dem Boden, als noch ein zweiter Schlag direkt zwischen seinen Beinen einschlug. Er wimmerte regelrecht, als Amun den Fuß auf seine malträtierten Hoden stellte. Er drückte etwas zu, was den jungen Ägypter aufstöhnen ließ. "Das Problem ließe sich aber leicht durch eine Kastration lösen", knurrte der Obersklave. In diesem Moment platzte ein anderer Sklave hinein und fing sich dafür einen finsteren Blick seitens Amun ein. Amuns Gesichtsausdruck veränderte sich aber, als der Sklave ihm etwas zuflüsterte. Er nickte und schickte den Jungen weg, wandte sich stattdessen seinem Opfer zu, dem er gerade beinahe die Hoden zerquetscht hatte. Er nahm den Fuß herunter und kniete sich stattdessen zu ihm. "Du hast Glück gehabt, Imhotep. Scheint so, als würde sich jemand deine Gesellschaft wünschen. Zieh dich an, na los."
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