Am Abgrund - Teil 2 - German
By: Der_Adler

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[GAY] [STRAIGHT] [WARNING]

Allmählich versteht Cornelius, in was er da überhaupt reingeraten ist. Und viel zu spät erkennt er, dass er nicht mehr fliehen kann.


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Für ein paar Sekunden herrschte Schweigen in der Küche. Man hörte nur, wie Jonathan ganz entspannt einen Schluck aus seiner Tasse nahm. Cornelius blinzelte.

"Ich glaube, ich verstehe nicht ganz", begann er langsam. "Wird das so eine Art von perversem Rollenspiel?"

"Kein Spiel, nein", antwortete Jonathan. "Ich bin wirklich ein Vampir."

Zunächst schaute Cornelius noch verwirrt drein, dann begann er zu lachen und stand langsam auf.

"Was für ein Schwachsinn", lachte er., bevor er schließlich ernst wurde. "Ich denke, ich gehe doch lieber."

Auch wenn er es nicht gerne zugab, so wurde ihm allmählich unwohl. Er glaubte bei weitem nicht an so etwas abstrusem wie Vampire oder Monster, aber irgendwas schien mit Jonathan einfach nicht zu stimmen. Cornelius schob die Tasse von sich und erhob sich.

"Den Versuch will ich sehen", grinste Jonathan.

Schweigend und mit schnellen Schritten verließ der Junge die Küche, ging zur Gaderobe – und erstarrte. Erneut stand Jonathan vor ihm. Das war unmöglich! Eben hatte dieser doch noch in der Küche gestanden.

"Was? Wie...?"

"Ich habe es schon gesagt. Ich bin ein Vampir. Du kannst dir nicht einmal annähernd vorstellen, über was für Kräfte ich verfüge. Über welche Macht. Für mich sind die physikalischen Grenzen einfach nicht vorhanden. Wände sind kein Hindernis."

Unsicher torkelte Cornelius einen Schritt nach hinten. Das war einfach unmöglich was hier geschah. Wo war er da reingeraten? Etwa in irgendeine dumme Fernsehshow? War vielleicht gerade eine Kamera auf ihn gerichtet?

Gerade, als er versuchte sich selbst mit dieser Erklärung zu beruhigen, kicherte sein Gegenüber mit einer sehr finsteren Stimme.

"Keine Kamera, nein", flüsterte er. "Keine Show. Das hier ist alles real."

Nun wurde Cornelius panisch. Er machte noch einen Schritt nach hinten, ehe er herumwirbelte und los stürmte. Er rannte an der Küche vorbei und stürmte durch die erstbeste Tür, welche sich dann als die Tür zum Wohnzimmer entpuppte. Oder besser gesagt als die Tür, welche eigentlich in ein Wohnzimmer führen sollte. Was Cornelius dort sah ließ ihn erstarren.

Dort, wo man in einem normalen Haus eigentlich ein paar gemütliche Sessel, vielleicht einen Fernseher und ein Bücherregel erwarten würde, standen in diesem verfluchten Haus ganze Käfige. Zwar zählte Cornelius sie nicht in diesem Moment, aber es waren bestimmt ein Dutzend. Ein paar waren leer. In einigen waren Mädchen in seinem Alter, die jedoch anscheinend nicht wagten ihn anzusehen. Sie saßen nackt auf dem Boden, lehnten mit dem Rücken an den Eisenstangen und hatten teilweise die Knie zu sich herangezogen.

"Beeindruckender Anblick, nicht wahr?", hörte er eine Stimme an seinem Ohr.

Reflexartig sprang der Junge nach vorne, drehte sich um und blickte Jonathan ins Gesicht. Jonathan selbst lächelte. Nein. Er grinste.

"Es geht ihnen hier recht gut, weißt du. Die Käfige halte ich sauber. Sie bekommen Essen und alles. Von daher-"

"Was bist du eigentlich für einer?", unterbrach Cornelius ihn. Seine Stimme zitterte. "Wer zur Hölle bist du?"

"Das sagte ich bereits. Ich bin ein Vampir. Und meinen Namen kennst du auch. Also? Was willst du noch hören?"

Verzweifelt griff Cornelius in seine Tasche und holte sein nicht gerade beeindruckendes Taschenmesser heraus. Klappte es auf und hielt es drohend in der Hand. Seine Hand zitterte ebenfalls.

"Was willst du mit dem Zahnstocher?", seufzte Jonathan. "Das bringt nichts. Das wirst du auch bald verstehen."

"Zurück!", brüllte Cornelius und fuchtelte zeitgleich mit dem Messer herum. "Oder ich-"

"Oder du was? Greifst mich an? Versuch es. Los. Zeig mir, was du kannst, Sklave!"

Das war zuviel. Cornelius machte einen Schritt nach vorne, stach einfach zu. Er traf nur die Luft.

"Zu langsam", murmelte der Vampir neben ihm.

Sofort wirbelte der verzweifelte Junge herum, griff wieder an. Er durchstach und durchschnitt nur Luft, bis Jonathan schließlich seine Hand ergriff und festhielt. Cornelius keuchte, versuchte erfolglos seine Hand aus dem eisernen Griff zu befreien. Langsam legte Jonathan ihm seinen Daumen auf den Handrücken und drückte ein klein wenig zu, woraufhin Cornelius aufschrie und sein Messer fallen ließ. Erst jetzt wurde der Griff lockerer und ließ schließlich ganz los. Verzweifelt sprang Cornelius auf, lief die Treppe ins Obergeschoss hoch. Er suchte sich eine Tür aus, hechtete hindurch und – stoppte. Das Fenster befand sich direkt vor ihm. Es brauchte nur ein paar Schritte. Aber weder Hände noch Füße gehorchten ihm. Keuchend versuchte er seinen Körper zu überreden, sich doch endlich zu bewegen, aber es war aussichtslos. Er hörte leise Schritte hinter sich.

"Ich habe doch gesagt, dass es nichts bringt, Kleiner. Ich verfüge über mehr Macht, als du dir vorstellen kannst."

Noch immer keuchte der Junge, während der Vampir sich nun mit einem Lächeln vor ihn stellte. Er hob seine Hand etwas, ließ sein Handgelenk locker kreisen und schlug mit seinen Krallen zu. Es waren keine Finger mehr, es waren für einen Moment echte, glänzende Krallen. Cornelius schrie auf, als er dem Schlag hilflos entgegen sehen musste.

Er spürte nur den Windhauch, blinzelte verwirrt. Noch einmal schlug der Vampir zu und noch einmal. Wieder spürte Cornelius nur zweimal den Windhauch.

"Was soll das?", murmelte er.

Jonathan kicherte und fast im gleichen Moment spürte Cornelius, wie seine Klamotten von ihm herunterrutschten. Sein Kopf, den er zum Glück noch bewegen konnte, blickte nach unten auf die zerschnittenen Kleidungsstücke. Es waren nicht mehr als ein paar Streifen, die da vor ihm lagen. Seine Augen weiteten sich, als er verstand, was sein Gegenüber locker mit ihm hätte machen können.

"Und jetzt", gluckste Jonathan, "kann der Spaß beginnen."

Konstruktive Kritik, Meinungen, Verbesserungsvorschläge und Wünsche sind gerne Willkommen.


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