Die Reportage , Teil 2
By: Mozart

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[WARNING] [NULLIFICATION] [Clitorektomy]

Bericht über Beschneidungen in Ägypten. Die Reportage ist reine Fiktion!


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Am nächsten Morgen kam ich etwas früher in den Vorort Kairos, wo ich ab zehn Uhr einen Termin bei Dr. Ba hatte und nahm in einem Café in der Nähe noch ein kleines Frühstück zu mir. Ich hatte dies so eingerichtet, da mir die Hotelbüffets mit dem Anstehen und dem Zugriff so vieler Menschen auf das Nahrungsangebot zuwider waren. Bei Kaffee und Croissants beobachtete ich draußen auf der Strasse das Flanieren der jungen Damen, teils in Minirock und jugendlich aufreizend angezogen. Alles war, wie ich es auch von Deutschland her kannte. Unwillkürlich musste ich überlegen, ob auch sie vielleicht beschnitten waren, ob sich hinter den erotisch so anziehenden Fassaden vielleicht diese künstlich geschaffene Frigidität verschanzte, die hier propagiert wurde. Ich erinnerte mich an die Statistiken der WHO, die für einen überwältigenden Teil der ägyptischen Frauen eine Beschneidung annahm. Wie würde es sein, mit einer beschnittenen Frau zu schlafen. Ich dachte an den Besuch einer der nächtlichen Vergnügungszentren in Kairo.

Es war zur vereinbarten Zeit, als ich bei Dr. Ba die Praxis betrat. Schon im Flur sah ich drei junge Frauen sitzen, die offenbar auf ihre 'Behandlung' warteten. Die Schwester, an die ich mich noch von Gestern her erinnerte, hatte an sie Klemmbretter mit Fragebögen und Erklärungen zur Patienteneinwilligung verteilt, die sie schweigend ausfüllten. Die Frauen waren alle vielleicht 18 Jahre alt oder wenig älter. Ihr Aussehen wirkte wie das der Mädchen auf der Straße eben beinahe westlich, zwar keine Minis, aber halblange Röcke und T-Shirts oder offen geschnittene Blusen. In der Atmosphäre fühlte ich etwas von der Angst und Unruhe der jungen Frauen - es war die Stille, das nicht miteinander sprechen, es lagen keine geöffneten Illustrierten herum. Der Mangel an Aktivität hatte etwas bedrückendes.

Die Schwester kündigte mich über eine Sprechanlage an und Dr. Ba öffnete mir selbst die Tür zu seinem Behandlungsraum. Die Einrichtung war so, wie ich mir auch sonst einen Praxisraum bei einem Frauenarzt vorstellte. Eine Liege mit angeschraubten Fußablagen in der einen Seite des Zimmers, ein Gynäkologenstuhl gegenüber, beide Einrichtungen jeweils von kleinen rollbaren Tischen flankiert, die mit allem möglichen Zubehör belegt waren. Davor stand jeweils ein Hocker. In der Mitte, gewissermaßen an der dritten Wand mir gegenüber aufgebaut, stand ein Schreibtisch mit zwei Stühlen davor und dem Arztstuhl dahinter. Daneben standen noch Schränke in weis, offenbar mit Operationsutensilien und an der Wand hinter mir war ein Waschbecken mit Papierhandtüchern und Seifenspender installiert.

"Guten Morgen, schön, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind, Herr Stefan. Sie können heute selbst den Eingriff beobachten, und ich denke auch, dass die jungen Damen, wenn nicht alle, so doch wenigstens einige, bereit sind, mit Ihnen zu sprechen. Mir liegt selbst darn, dass über die Beschneidung im Westen einmal ohne Vorurteil berichtet wird, auch wenn es nur ein Lokalblatt ist. Einmal soll auch die ganze Bandbreite des Themas und nicht nur die kollektive Verurteilung behandelt werden.". Ich erwiderte Dr. Bas Begrüßung und legte mein Tonband und den Fotoapparat auf dem Schreibtisch ab. "Was schlagen Sie vor, Dr. Ba, sollte ich vor oder nach dem Eingriff mit den Mädchen sprechen. Wie würden Sie da vorgehen?", "Vor dem Eingriff spreche ich selbst anhand der fragebögen mit den Damen die Behandlung durch, jedenfalls, wenn etwas unklar ist, oder wenn nur eine Teilbeschneidung gewünscht wird, von der ich - wie Sie wissen - abrate. Ich werde Sie jeweils vorstellen und Sie können am Gespräch direkt oder hinterher mit Fragen teilnehmen. Während und nach der Operation können Sie auch fragen, aber bedenken Sie, dass die Patientinnen dann weitgehend eingespannt sind und vielleicht nicht den Sinn für ein Interview aufbringen. Hier im OP-Bereich möchte ich Sie zudem noch bitten, einen weißen Kittel überzuziehen." Er reichte mir einen langen Arztkittel, den ich überzog und zuknöpfte. Ich war jetzt gespannt auf das Eintreten der ersten Patientin.

Eine Fatima ... wurde gemeldet über die Sprechanlage, und im nächsten Moment öffnete sich die Tür und eine der jungen Damen von draußen kam herein, grüßte und reichte Dr. Ba die ausgefüllten Papiere. Fatima hatte ungefärbtes, tiefschwarzes, etwas lockiges Haar, ein wirklich hübsches und intelligent wirkendes Gesicht und war auch sonst von jugendlicher Makellosigkeit. Ich nickte ihr zu und wir setzten uns nebeneinander Dr. Ba gegenüber. Beide sprachen etwas in der Landessprache, was ich nicht verstehen konnte, dann begann Dr. Ba mit der Lektüre der überreichten Zettel. Er nickte und sprach nun auch mich diesmal auf englisch an: "Die junge Dame, nennen wir sie der Einfachheit halber beim Vornamen Fatima, ist hier für eine vollständige Klitorisentfernung und Korrektur der Labien. Herr Stefan, Sie können mit ihr englisch sprechen, sie hat es in der Schule gelernt, sie macht gerade Abitur und hat nichts gegen eine Befragung und später gegen Fotographien, sofern diese nicht in Ägypten und nicht im Zusammenhang mit ihrem Namen veröffentlicht werden.".

Ich wendete mich an Fatima, ihr dankbar zunickend:

"Fatima, Sie sind volljährig und können frei entscheiden, was Sie hier mit sich machen lassen. In Ihrem Alter kennt man den Reiz der Sexualität und Sie wissen, worauf Sie verzichten.", "Ja, Herr Stefan, ich bin mir bewusst, worum es hier geht, und ich habe mich freiwillig dazu entschlossen, ohne dass meine Familie dies gefordert hätte. Zu Hause sind jedoch alle älteren Frauen beschnitten, wenn insofern kein unmittelbarer Zwang besteht, so liegt doch eine stille Aufforderung vor. Es ist eine Frage der Keuschheit, auch der Ehre und der Verbundenheit meinen Leuten gegenüber.", "Ich weis, dass hier in Ägypten vielfach nur Gishiri, also die Glansbeschneidung geübt wird, warum gehen Sie weiter und lassen alles entfernen?", "Meine ältere Schwester wurde zunächst nur so beschnitten. Nachdem sie jedoch geheiratet hat, zeigte es sich, dass ihr Mann damit unzufrieden war. Die Gefühle waren noch sehr stark - Sie wissen schon - und das war einfach unschicklich. Sie hat sich deshalb ein zweites Mal beschneiden lassen, so dass alles weg kam und ist damit jetzt zufrieden. Warum sollte ich also den umständlichen Weg gehen und nicht gleich das endgültige Resultat anstreben." Ich nickte etwas hilflos ob dieser Logik, und wir standen alle drei auf und gingen hinüber zu den Operationseinrichtungen. "Lieber sitzend oder lieber liegend?" fragte Dr. Ba an Fatima gerichtet, die statt zu antworten dem Stuhl zulief und begann, sich freizumachen.

Dr. Ba wusch sich die Hände, er zog Latexhandschuhe an und streifte eine Atemmaske über sein Gesicht. Die Operation rückte näher. Ich stand neben der jungen Ägypterin und hielt ihre Hand und schaute in ihre nun doch etwas entsetzten Augen. Es gab nichts zu sprechen, wir alle waren auf den Eingriff fixiert. Dr. Ba desinfizierte die künftigen Schnittbereiche, und ich sah, dass Fatima schon blank rasiert war um ihr Geschlecht herum. Jetzt kam es zu dem Spritzen. Insgesamt fünf Einstiche machte der Arzt und an der Hand Fatimas spürte ich je ein Zucken im Moment der Injektion und schließlich einen andauernden festen Druck. Sie sucht Halt, dachte ich für mich. "Ein paar Minuten müssen wir jetzt warten." Dr. Ba machte sich bemerkbar, doch wieder verstrich die Zeit danach ohne weiteres Gespräch. Ich streichelte Fatima über ihr Haar als Dr. Ba das Skalpell ansetzte. Es waren nur wenige Schnitte und es schien mir geradezu unheimlich wie schnell sich die Labien, die Vorhaut und schließlich die Klitoris vom Körper trennten. Eine perfide Routine, die hier das Lustempfinden eines so hübschen jungen Mädchens beendete. Dr. Ba war nach kaum zwei Minuten bereits damit beschäftigt, die Wunde zu vernähen. Eine Reinigung von dem Blut, etwas Wundsalbe und der Verband ... - und das war es schon!!!

"Fatima, ziehen Sie sich ruhig gleich wieder an. Den Slip werden Sie wegen des Verbandes nicht brauchen und bleiben Sie ruhig draußen noch für eine Stunde sitzen.", "Ja, danke!", "Wenn es zu Komplikationen kommt oder wenn sie die Schmerzen nicht mehr aushalten können, dann haben Sie meine Telefonnummer und können mich jederzeit anrufen. Meine Gehilfin draußen gibt Ihnen noch Tabletten für später und macht mit Ihnen einen Termin zur Nachbeschau aus. Wir werden uns in einer Woche wiedersehen, und dann ziehe ich auch die Fäden. Bis dahin Alles Gute!".

Fatima verlies den Raum und Dr. Ba nahm die Handschuhe und die Gesichtsmaske ab und warf sie in einen Treteimer. "Wir haben jetzt etwas Zeit bis zum nächsten Eingriff, meine Gehilfin erledigt das draußen mit der Fatima und wird gleich noch kommen und sauber machen, das ist auch ihre Aufgabe, und da haben wir Zeit, etwas über das Geschehene zu plaudern." Ich war bleich, fühlte ein Zittern in meiner Stimme und bemühte mich um Fassung. "Dr. Ba, das ging alles so schnell, ein so kurzer und scheinbar harmloser Eingriff und damit verbunden der tiefe Einschnitt im Leben der jungen Frau. Ich kann das ganze noch nicht fassen.", "Die Operation ist tatsächlich kein großer Akt, es ist nicht viel etwas anderes als eine Warzenoperation: Man desinfiziert und betäubt, schneidet einmal um das zu entfernende Gewebe herum, entnimmt es und vernäht die Wunde wieder. Kein Akt, aber ein prägender Eingriff in das ganze nachfolgende Leben, da haben Sie schon recht."

Hinter mir öffnete sich die Tür und die Schwester kam herein und begann, ohne weiteres Aufheben die Tücher vom OP-Stuhl abzunehmen und diesen neu zu belegen. Das Tablett mit den gebrauchten Operationsbestecken wurde ausgetauscht und die Schale mit dem abgeschnittenen Organ und den Hautteilen der Fatima wurde einfach in den bereits erwähnten Treteimer ausgeleert. Ich starrte auf den Eimer und überlegte mir die Fatalität dessen, was hier geschehen war. Die Lust, die Lebensfreude, die nun für immer ungelebten Orgasmen, die da einfach zum Müll gegeben wurden.

"Herr Stefan, mir ist aufgefallen, dass Sie gar nicht fotographiert haben. Das Vorgehen ist aber immer nahezu gleich, so können Sie die Aufnahmen gleich nachholen." , "Dr. Ba, verzeihen Sie mir, ich kann nicht länger bleiben, mir ist das ganze auf den Magen geschlagen und ich möchte auch nur noch eine Aufnahme machen. Sie werden es mit meiner Reprotage, die ich ihnen zuschicke, dann verstehen." - und ich knipste den Abfalleimer, geschlossen wie er war, es war nichts zu sehen. Ich verabschiedete mich und dankte für das Entgegenkommen.

Auf der Strasse spulte sich das ganz normale Leben einer Großstadt ab. Der streichende Ton des Verkehrs, Hupen und Bremsgeräusche, unverständliche Rufe und auch Vogelgezwitscher ... nichts reflektierte die Bedeutung dessen, was in den Räumen hinter mir geschah und so oft wieder geschehen würde. Alles war normal, so grausam normal wie das Leid der wohl 120 Millionen Frauen, die weltweit beschnitten waren.



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